06.01.2017

News 2017



Neue Bücher - Cărţi noi

Oliver Jens Schmitt, Căpitan Codreanu. Aufstieg und Fall des rumänischen Faschistenführers, Paul Zsolnay Verlag, Wien 2016, 336 S.

Nach Hitler und Mussolini war Corneliu Zelea-Codreanu (1899 bis 1938) der Dritte in der Reihe charismatischer Führer des Faschismus im Zwischenkriegseuropa. Der Historiker Oliver Jens Schmitt zeichnet in dieser Biographie erstmals seine Geschichte im europäischen Kontext. Wie Hitler plant Codreanu 1923 einen Putsch. Er wird verhaftet und zu einem Idol rechtsnationaler Kreise. Schmitt erzählt von Studentenunruhen, Massenaufmärschen, von der Anziehungskraft, die der Capitan besonders auf Intellektuelle wie Mircea Eliade und Emil Cioran ausübte, von seinem gewaltsamen Tod und dem Aufflackern seines Kultes in der Gegenwart.

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Edith Ottschofski: 

Luftwurzeln

Roman

Pop Verlag, Ludwigsburg 

276 Seiten, 16,90 €

ISBN 978-3-86356-137-6





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13. 1. 2017

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Aktualisiert - actualizat:


[1933Deutsche Revolution, in: Klingsor, 10. Jg., 1933.  Heinrich Zillich begrüßt den Machtantritt Adolf Hitlers.]

[1933Revoluţia germană”: Heinrich Zillich salută preluarea puterii de către Adolf Hitler în revista Klingsor, anul 10, 1933,  pe care o edita la Braşov]


[1944. Heinrich Zillich pe lista cărţilor recomandate de către autorităţile naziste care trebuie să se afle în bibliotecile publice]


[23. und 31. Dezember 2016. Vorsichtiger Rehabilitierungsversuch des völkischen Autors Heinrich Zillich in einem mehrteiligen ADZ (KR)-Artikel]

[23 si 31 decembrie 2016. Încercare de reabilitare a scriitorului nazist, Heinrich Zillich, într-un serial din ADZ (KR)]






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Aktualisiert - actualizat: 18.1.2016, 00:00 h

Blut und Boden 2 - Sînge şi glie 2






Blut-und-Boden-Ideologie in den Werken von Vintilă Horia, Albert Wass, Heinrich Zillich, József Nyírő u.a.

Doctrina estetică a „sîngelui şi gliei” în operele lui Vintilă Horia, Albert Wass, Heinrich Zillich, József Nyírő ş.a.



II. Teil - Partea a II-a

„Unora dintre ideologi[i fascişti] li se părea absolut clară necesitatea înlocuirii vechii teze umaniste despre om ca măsură a tuturor lucrurilor prin teza că măsura tuturor lucrurilor este naţiunea.” – Hermann István (estetician) 


„Führer-ul nu cunoaşte decît luptă, trudă şi grijă. Noi vrem să-i luăm din povară partea, pe care i-o putem lua” / „Der Führer kennt nur Kampf, Arbeit und Sorge. Wir wollen ihm den Teil abnehmen, den wir ihm abnehmen können.“Heinrich Zillich (völkischer Schriftsteller - scriitor nazist)

„Man wird es einmal als eine ganz große Leistung bewerten, daß Hitler die Mittel der Demokratie zu ihrer Beseitigung wählte. Dadurch gewann sein Vordringen Überzeugungskraft auch denen gegenüber, die ihn bekämpften.” - Heinrich Zillich (1933) 








[10. September 1936. Aufforderung des Albert Langen / Georg Müller Verlags aus München, den „kämpferischen und grunddeutschen” Roman von Heinrich Zillich, „Zwischen Grenzen und Zeiten” zu rezensieren]





[10 septembrie 1936. Invitaţia editurii Albert Langen / Georg Müller din München, de a se recenza romanul „militant şi profund german” al lui Heinrich Zillich, „Zwischen Grenzen und Zeiten” – „Între frontiere şi epoci”] 
ACNSAS, 260208, vol. 3, f. 168

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Foto aus: Norbert Langer, Die deutsche Dichtung seit dem Weltkrieg. Von Paul Ernst bis Hans Baumann, Adam Kraft Verlag, Karlsbad und Leipzig (o.J.2), S. 112 A





[1933. Heinrich Zillich begrüßt den Machtantritt Adolf Hitlers im „Klingsor”]


[1933. Heinrich Zillich salută preluarea puterii de către Adolf Hitler în revista „Klingsor” pe care o edita la Braşov]



„Man wird es einmal als eine ganz große Leistung bewerten, daß Hitler die Mittel der Demokratie zu ihrer Beseitigung wählte. Dadurch gewann sein Vordringen Überzeugungskraft auch denen gegenüber, die ihn bekämpften. [...] Die Führung der Sozialdemokratie, verbürgerlicht, belastet mit der Untreue gegen die eigenen Programme, zersprengte sich selbst. Die Gegner Hitlers hatten nichts mehr, wofür sich zu kämpfen lohnte. Sie glaubten sich selbst nicht mehr. Sie hatten zu viel gelogen.”



(Auszugsweise zitiert in: Johann Böhm, Klaus Popa, Vom NS-Volkstum- zum Vertriebenenfunktionär. Die Gründungsmitglieder des Südostdeutschen Kulturwerks München und der Landsmannschaften der Deutschen aus Rumänien, Ungarn und Jugoslawien [De la activistul nazist la activistul în asociaţia izgoniţilor. Membrii fondatorii ai Fundaţiei germane sud-est-europene şi ai Asociaţiilor germanilor din România, Ungaria şi Iugoslavia], Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 2014, S. 63.)










Klingsor, 10. Jg., Januar-Dezember 1933, S. 165-177


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[1932. Titelblatt der von Heinrich Zillich in Kronstadt herausgegebenen Zeitschrift „Klingsor”, 1924-1939] 


[1932. Coperta revistei „Klingsor”, editată, între anii 1924 şi 1939, de Heinrich Zillich la Braşov]






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Auflage: 415. Tausend
Hans Grimm, Volk ohne Raum (1926)


Heinrich Zillich
Heinrich Zillich, Der Weizenstrauß (1938)



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[April 1942. Im Einklang mit den expansionistischen, geopolitischen und rassistischen Wahnvorstellungen der Nazis, plädiert Heinrich Zillich für eine europäische Neuordnung und eine Vorrangstellung der Deutschen indem er „Neger, Juden, Hunnen, Avaren, Mongolen, Türken, Bolschewiken” als minderwertige Gruppen einstuft]

Heinrich Zillich 

Der Sinn der europäischen Neuordnung 


Wir wollen Europas Einheit nicht leichtfertig beschwören; es ist fraglos, daß sie von jeher durch Binnenkämpfe gestört wurde und einem oberflächlichen Blick mag das Trennende deutlicher erscheinen, als das Bindende. Doch hinter den vordergründigen Ereignissen der Geschichte waltet oft erst im Verborgenen ihr gegensätzlicher Sinn, nur von wenigen erfaßt. Gleichwohl enthält er die Keime der Zukunft. Ein solcher Sinn liegt in der europäischen Geschichte und ihren Zwisten, liegt in ihren treibenden Kräften, der Gliederung nach Völkern und Staaten, Bekenntnissen und Anschauungen. Die Mannigfaltigkeit förderte die Fülle unserer Leistungen, mit denen sich kein Erdteil messen kann. 

Verglichen mit der verhältnismäßig ruhigen Entwicklung, der die japanische und chinesische und wohl auch die indische Kultur ihre Geschlossenheit verdanken, mutet die unsere fast jugendlich sprunghaft an, aber darin waltet das Gesetz unseres Daseins. Immer in Spannungen, eher zu viele als zu wenige Ideen gebärend, keine Sekunde lang einer gar zu südlichen Beschaulichkeit nachgebend, kann die bestimmende Mitte Europas nur schöpferisch bestehen und davon empfängt sie ihre einzigartige Würde. 

Auch die Oberfläche unseres Erdteils wird köstlich bewegt durch wechselvolle Landschaften und Bergzüge, Ebenen und Flüsse und tiefhereinspülende Meere. Zwar ist Europa der äußeren Größe nach lediglich eine Ausbuchtung Asiens, aber es mutet an, als wäre es aus zahlreichen kleinen Erdteilen zusammengefügt, die jedoch, leicht überschaubar, nie durch grenzenlose Einförmigkeit die Seelen niederdrücken, sondern sie ständig frisch erhalten. Sofern wir zu den denkenden Menschen gehören, begreifen wir mehrere dieser Landschaften und mehrere ihrer Völker; wir alle aber sind vom Schicksal des eigenen, zugleich auch von dem der übrigen abhängig. 


Man hat das als europäische Völkerfamilie bezeichnet, obschon hier weniger die Liebe verbindet als das Schicksalsgesetz, das in der Sendung aufleuchtet, die einmal jenem, einmal diesem der großen Völker übertragen ist. Je nachdem, ob die anderen eine solche Beauftragung bejahen und damit von ihr selbst gehoben werden oder nicht, gestaltet sich das Los für sie und für den Erdteil. Freilich, dies alles wäre kaum so bedeutungsvoll, besäßen die europäischen Rassen wie Neger und Juden nur eine begrenzte oder einseitige Leistungsfähigkeit. Nicht ohne Sinn haben sich in unserem zwischen Kälte und Wärme glücklich gelagerten, zur Arbeit zwingenden Erdteil die schöpferisch begabtesten weißen Rassen beheimatet. 
Aus ihrem Blut entstanden in der Auseinandersetzung mit der Natur und den sonstigen Spannungskräften unseres Raums die großen Ordnungsideen, auf denen die Kulturen fußen. Es gibt an anderen Stellen der Erde eben- 

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falls naturhafte Kulturen. Sie müssen uns nicht feindlich sein. Wir erleben dies gerade heute, da wir dem ostasiatischen Raum seine Eigengesetzlichkeit zusprechen und mit ihm verbündet kämpfen.
Freilich trieb das dynamische Wachstum Europas auch manche sinnlose Idee hervor, die sich aber nur vorübergehend Einfluß sichern konnte, weil sie vom natürlichen Leben verworfen wurde. Wäre es anders, so hätte der Bolschewismus bei uns inmitten der fortgeschrittenen Industrie triumphieren müssen, was seine Theoretiker ja erwartet haben. Tatsächlich siegte er im russischen Bauernland, bei einem Volk, das der Tyrannei leicht unterliegt, das nach Abschlachtung der begabtesten Schichten stumpfer geworden ist als jemals zuvor und derart unvernünftig, sich von seinen Henkern einreden zu lassen, sein Jammerleben sei besser als das der Europäer.


Keiner Knechtung kann unser Blut so restlos verfallen! Dafür gab mir das einzige beglückende Erlebnis, das ich, abgesehen von unseren Siegen, in der Ukraine hatte ein schönes Beispiel. Es war mir möglich gewesen, viele der volkreichen deutschen Dörfer am Bug bei Odessa zu betreten. Der Bolschewismus hatte sie innerlich nicht zerbrochen. Hier allein fand ich unverschleierte Gesichter. Hier allein, trotz dem nachwirkenden lähmenden Entsetzen, bald Tatkraft. Es war deutsches Blut, und, wenn man will, europäisches, das dem Leiden kein Vergnügen abgewinnt und deshalb wohl auch ärger gelitten haben mochte als das sarmatische, aber willenlos war es nicht geworden. Es hielt an den natürlichen Werten fest, die ihm eingeboren sind. Schon einige Wochen nach der Befreiung schufen sich diese Bauern Volksschulen, zum Teil mit elf Klassen. Aus den Kolchoswirtschaften traten Landarbeiter hervor, grau gekleidet und zerfetzt wie alle Menschen Rußlands, einstige deutsche Lehrer, und begannen zu unterrichten. Sie äußerten als wichtigsten Wunsch: Schickt uns Bücher aus dem Reich, unsere Kinder müssen erzogen werden.


Was ist das für ein Urtrieb? In den ukrainischen Dörfern lungerten die Bauern herum und wußten nicht, was sie nach der Flucht der Gewalthaber beginnen sollten, denen sie nun nicht mehr glaubten und die sie seit dem Anblick unserer Wirklichkeit hassen. In den deutschen Kolonien aber stellte man aus eigener Kraft die Schulen wieder auf.


Auch die Bolschewiken haben das getan und die Kunst des Schreibens verbreitet, doch zu welchem Zweck? Zu jenem, für den sie die Technik einspannten, für den sie der Bauern Boden raubten, für den sie Kindergärten errichteten! Zu jenem, daß alle Mütter ausnahmslos zur Kolchosarbeit eilen, daß die Befehle gelesen werden können, daß eine phrasenvolle Einförmigkeit die Menschen restlos versklave und zur Maschine verwandle. Bei den Bolschewiken diente die Schule nur der Front.
Die befreiten deutschen Bauern am Liman des Bugs, am Ingul und bei Odessa wollten etwas anderes. Ihr Blut, ihr europäisches Gewissen trieb sie an, das Leben natürlich zu ordnen. Sie wollten ihre Kinder erziehen, denn darauf beruht jede Ordnung, daß sie den Menschen redlich forme, ihn seines Wertes versichere, ihn als denkendes und handlungsfähiges Wesen fördere.

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Blut und Boden

„Die Frage nach der lebensgesetzlichen Ewigkeit eines Volkes ist also im wesentlichen eine Frage danach, ob ein Volk gewillt ist, in seinen leiblichen Nachkommen und durch seine Nachkommenschaft ewig zu leben; es ist dann weiterhin die Frage, ob sich das Volk diesem Lebensgesetz des Blutes unterwirft oder ob es hierzu nicht mehr die seelische, sittliche oder körperliche Kraft aufbringt.
Es ist nun eine merkwürdige, aber historisch einwandfrei zu beweisende Tatsache, daß alle Völker indogermanischer oder germanischer Prägung sich immer nur dann lebendig erhalten haben, wenn sie neben ihrem Wissen um die Gesetze ihres Blutes den Zusammenhang mit dem Grund und Boden nicht verlorengehen ließen, und daß sie insbesondere nur so lange lebten, als sie noch Bauern zu sein vermochten und sich auch zum Bauerntum bekannten.” (R. Walther Darré, „Die große Frage an die deutsche Jugend” 15.3. 1939, in: ders., Um Blut und Boden. Reden und Aufsätze, Zentralverlag der NSDAP, Franz Eher Nachf., GmbH., München 1941, S. 13-16 , hier S. 15)
„Die Verwurzelung des Geschlechts mit der Scholle, die Einheit von Blut und Boden muß wiederhergestellt werden”, fordert Darré an einer anderen Stelle, („Blut und Boden als Lebensgrundlage der nordischen Rasse” 22.6. 1930, ebenda, S. 17-29, hier S. 28).
Nach einem ideologischen Rundumschlag zielt er auf die bevorzugten Feindziele der Nazis und schreibt: „Wir sehen hier also, daß das Judentum in seiner Wurzel nomadisch ist und daher seine lebensgesetzliche Dynamik, d.h. die Kraftäußerung der ihm innewohnenden Gesetzlichkeit seiner Art, immer nomadisch ausgerichtet sein muß und bleiben wird. Damit wird verständlich, dass das Judentum aus Arterhaltung heraus bestrebt ist, bei einem so germanisch bedingten Gastvolk, wie dem deutschen Volke, das Bewußtsein des grundsätzlichen Unterschiedes zwischen ihnen beiden zu vernebeln und zurückzudrängen; deshalb ist der Jude innerhalb des deutschen Volkes in erster Linie der geschworene und grundsätzliche Feind des natürlichen Gegensatzes zum Nomaden: des Bauern.” („Unser Weg”, ebenda, S. 60-106, hier S. 71.) Dieser Aufsatz des Landwirtschaftsspezialisten Darré, ist ursprünglich in der Zeitschrift „Odal”, 2. Jg., Heft 10, 1933-34, erschienen. Darré erblickte im deutschen Bauern den rassischen Mittelpunkt des Volkes, was er mit dem symbolisch aufgeladenen Begriffspaar „Blut und Boden” auszudrücken versuchte. In seinen frühen Schriften versuchte er Unterschiede zwischen deutschen und slawischen Bauern hervorzustreichen, später konzentrierte er sich im Sinne der Rassenlehre auf den vermeintlichen Gegensatz zwischen Juden und Deutschen. Als NSDAP- und SS-Mitglied träumte er ähnlich wie SS-Führer Himmler von der Aufzucht einer reinrassigen Bauernschaft, als Grundstein für einen neuen deutschen Adel. Nach 1933 wurde er Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, wurde aber aufgrund von Zwistigkeiten 1942 abgesetzt. Wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde er nach dem Krieg zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt, allerdings schon 1950 aus der Haft entlassen. Darré gilt als der Theoretiker der kruden sozialdarwinistischen Blut-und-Boden-Doktrin. Der Schöpfer des Begriffes Blut und Boden ist Oswald Spengler, der ihn in seinem geschichtspessimistischen Werk „Der Untergang des Abendlandes” in einem anderen Zusammenhang benützt. Die Blut-und-Boden Dichtung hingegen ist eine völkische Literaturströmung, die insbesondere in Nazideutschland in Erscheinung getreten war. Zu den beliebten Motiven der Blubo-Literatur, wie man sie später nannte, gehören Legenden und Mythen ebenso wie die Tendenz zur Verherrlichung des bäuerlichen und kreatürlichen Lebens, der idealisierten Natur und des bodenständigen Bauern, als Gegenpol zum Städter, als Vertreter einer nivellierenden, urbanen Zivilisation.
(Vgl. Johann Böhm, August Georg Kenstler, Herausgeber der Monatsschrift „Blut und Boden” und aktiver Vorkämpfer der nationalsozialistischen Agrarpolitik [I]. Zu: „August Georg Kenstler, der Artamanenführer aus Siebenbürgen” von Rudolf Proksch, in: HJS, 2003/1, S. 19-43; ders., Die Artamanen in Siebenbürgen [II]. Zu: „August Georg Kenstler, der Artamanenführer aus Siebenbürgen” von Rudolf Proksch, in: HJS, 2004/2, S. 60-70.)



Weil uns die Urweisheit im Blute liegt, daß eine Idee nur gültig sein darf, soweit sie das natürliche sittliche Leben, das mit Vater und Mutter, Familie und Volk anfängt, nicht verletzt, blieb uns auch die Technik, der Gott des Bolschewismus, bloß ein handwerkliches Mittel zur Daseinserleichterung. Gewiß, es sah manchmal aus, als ob wir ihr verfielen; noch jetzt sind etliche europäische Staaten außerstande, die mit ihr verknüpften spezialen Umwälzungen würdig zu regeln; aber der Erdteil, der die Technik hervorgebracht hat, sank in seinen wesentlichen Teilen vor dem eigenen Geschöpf nicht in die Knie. Darum besiegte uns der Kommunismus im Inneren nicht, darum ist uns, seitdem wir sein Land betraten, das Europäische doppelt teuer geworden.

Worin liegt dieses Europäische, was verteidigen wir? Ist es der Ruhm, daß unsere Maschinen und unsere Kleidung, unsere städtischen Gebräuche, unsere Technik, unsere Waffen, kurz unser äußerer Lebenszuschnitt alle Erdteile bestimmt und daß es keine Rasse mehr gibt, die sich ihm zu verschließen vermag?


Ja, dies sind Eroberungen, wie sie niemals gemacht worden sind, und selbst der Todfeind hat uns nur falsch verstanden, indem er einen Teil unseres Äußerlichen zum Gesetz erhob. Aber das Europäische liegt nicht in den Formen, sondern ist die innere Lebensbestimmtheit, die aus dem Natürlichen wächst, die die Tiefe der Erscheinungen sucht, die auch jenseits der verschiedenen Auslegungen der Kirchen an das Heilige glaubt und die Völker bejaht als gestaltgewordene Gedanken Gottes. Es liegt im Bewußtsein der Rangordnung der Werte, liegt darin, daß es keine Erstarrung leidet, sondern im Goetheschen Sinn weiterstrebend ein geformtes großes Dasein ersehnt, dafür kämpft und schafft.

Aber wozu wollen wir diese Fülle, die sich in der europäischen Kultur am reinsten verdichtet, begrifflich fassen? Das Europäische hat viele Spiegelungen, jedes seiner Völker steht ihm näher oder ferner, und etliche sind ihm durch tragische Bluteinflüsse nur wie Findelkinder verwandt.


Nein, bemühen wir uns nicht um Begriffe! Bleiben wir im unmittelbaren Erkennen. Wer einmal wie die Millionen Soldaten unseres Erdteils dort war, wo das Europafeindliche uns anspringt, weiß aus der zwingenden Kraft des Erlebnisses, daß Europa für uns Weiße schlechthin alles ist, was das Dasein und selbst den Tod sinnvoll macht. Diese Welt zu schützen, ist uns auch früher schon das Schwert vertraut gewesen und der Wagemut der Eroberer nicht fremd; darum entstanden hier die raumgestaltenden Reiche, in denen sich die großen Ordnungsideen ausprägten. Mit den alten Griechen trat das Europäische zum ersten Mal gewaltig in Erscheinung, mit den Römern zum ersten Mal in dauerhafte staatliche Form.


Beidemale haftete es vorwiegend an den südlichen Gestaden und begriff Mitte und Norden nicht ein. Erst als sich im Frühmittelalter bei den Franken und bald darauf bei den Deutschen der Reichsauftrag ins Herz Europas verlagerte, wuchs Europa in jene kulturelle Einheit hinein, die sich auch den Osten anzugleichen begann. Der Mythos, daß ein Kaiser das Abendland beherrschen solle, durchseelte jahrhundertelang die europäische Geschichte und bleibt, da er kein völkerzerstörender, sondern ein sie ordnender und

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schützender Gedanke ist, in seinem geistigen Kern unsterblich. Wann immer ein großer Mann des Geistes, der Kunst oder der Macht in Europa aufstand, umfing sein Werk herrscherlich den ganzen Erdteil. Das ist bei Dante ebenso spürbar wie bei Goethe, Kopernikus oder Rembrandt und Mozart, bei den mächtigen Kaisern ebenso wie bei Napoleon und dem alten Bismarck.

Freilich wird diese gleichsam ökumenische Weite nur erreicht, sofern der Heimatboden des Genies tragfähig genug ist. Das gilt in mancher Hinsicht auch für das grenzüberflügelnde Werk der Künstler und Gelehrten, besonders aber für das Wirken der Völkerführer. Sie bedürfen der Unterstützung und Macht eines starken, günstig im Raume sitzenden Volkes, dem die von ihnen aufgegriffene Idee artgemäß ist. Noch fruchtbarer werden sie sein, wenn sie eine Sendung erfüllen, die einem großen Volk innewohnt, so daß sie die Vollstrecker der ihm von der Vorsehung einbegnadeten [sic] Aufgabe werden. Da geschieht es denn, daß solche Völker dauernd im Range schöpferischer Leistung verbleiben, über alle Niederungen ihrer Geschichte hinweg, und in der reifen Stunde immer wieder das reife Werk tun.

Diese Einsicht erklärt, warum die Franzosen, ein Volk von so bedeutender Rolle im kulturellen Leben Europas, nur sehr spät, in einer Schwächezeit des Reiches, nach der Führung des Erdteils griffen und sich darin, selbst nach Napoleons Sieg, bloß für kurz behaupten konnten. Ihre Randlage und ihr ichbezogenes Wesen vereitelte es, daß sie sich Europa je ganz verbunden fühlten. Sie sahen es französisch und faßten damit lediglich nach der Oberfläche, nicht in die Tiefen. Sie verstanden den Erdteil weder geistig, noch politisch in seiner Fülle. Napoleon machte davon eine Ausnahme, aber sein Volk war ihm nicht kongenial. Schematisch zu ordnen, ist die französische Leidenschaft, und daran scheiterten sie. Mehr als einmal verrieten sie Europa an dessen Todfeinde, weil sie sich ihm sogar in Stunden höchster Gefahr unverpflichtet glaubten. Ludwig XIV. griff im Bunde, mit den Türken, damals die wahrhaften Urgegner, die Erdteilmitte an. Wer solcher Tat fähig war, wird, wenn die Lose fallen, solange Europa noch einen Sinn hat, in seine Schranken zurückgeschlagen werden. Das erlebte Frankreich zur Zeit des Prinzen Eugen ebenso wie in unserer, als es an Polens Seite einen neuen Vorstoß des Ostens unterstützte. Diese Niederlagen Frankreichs waren ein Segen für Europa. Dagegen erwiesen sich die schweren Niederlagen der Mitte dem Erdteil stets gefährlich, weil er dadurch östlichen Feinden gegenüber schutzlos wurde.


Die engste Vermählung Europas vollzog nach natürlichem Gesetz dessen Mitte, also die Deutschen als Träger des Reichs und mit ihnen, durch ein Jahrtausend im Kampfe oder Eintracht spannungsvoll und fruchtbar verknüpft, die Italiener, einst Teil des Reiches, heute in freier Verbindung.


Das deutsche Volk, das von allen Geschehnissen des Erdteils mitberührt wird, steht folgerichtig auch am tiefsten in dessen Schicksal. Eine solche Empfindlichkeit führte zu beispiellosen Leistungen für das Ganze.

Von den geistigen Taten sei dabei jetzt abgesehen, denn wichtiger erscheint in diesem Zusammenhang, daß, seit der Besiegung der Hunnen auf den katalaunischen Gefilden durch die Vorfahren der Deutschen, in den folgenden tausendfünfhundert Jahren jeder tödliche Angriff auf Europa


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Kurt Schrey,Du und Dein Volk, München 1938 S 41 (rechts 31)


durch sie entscheidend abgewiesen worden ist. Die nord- und südöstlichen Völker und Länder zeigten sich, wenn sie auch tapfer fochten den Vorstößen des Ostens auf die Dauer nicht gewachsen und sanken zusammen vor Hunnen, Avaren, Mongolen, Türken, Bolschewiken. Erst an der deutschen Mauer zerschellten aller Angriffe endgültig, und immer folgte ihnen mit Schwert oder Geist der Gegenstoß in den Osten hinaus.

Das soll man nicht als Zufall erklären oder mit der äußeren Größe Deutschlands, nein, hier enthüllt sich eine Ursendung, die wahrgenommen wurde, trotz schwersten Rückenstößen aus dem Westen und trotz der Selbstschwächung durch innere Streitigkeiten, die diesem beweglichen Volk oft überreich beschieden waren, weil es, stets ideengetrieben, so oft nach neuen Formen seines Lebens strebte.

Ohne die deutsche Ostwacht gäbe es weder Frankreich noch ein britisches Weltreich. Europa wäre ein Teil Asiens geworden. Während die Deutschen den Erdteil zum Beispiel vor den Türken schützten und sich zugleich unter den Geburtenwehen der Neuzeit bis zur Selbstzerfleischung aufspalteten, doch ohne daß die Ostwacht darüber zerbrochen wäre, konnten die westlichen Völker fremde Erdteile erobern. Die Deutschen kamen dorthin zu spät. Wichtiger war es, daß sie Europa retteten. In mehreren gewaltigen Wellen gewannen sie überdies in guten und schlechten Zeiten weit östliche Nachbargebiete für unsere Kultur. Alle dort lebenden Völker, selbst die daran angrenzenden Russen, empfingen, mag auch bei diesen und im Balkan der byzantinische Einfluß alt und nachwirkend sein, mag auch aus Frankreich manche unvergängliche Gabe der gesellschaftlichen Zivilisation bis hierher reichen, doch den Hauptantrieb zur Entscheidung für das Europäische aus deutscher Hand. Das machtpolitische Wirken deutscher Staaten, sei es der Weg des Ritterordens und seiner Nachfolger im nördlichen Bereich, sei es die ungeheure Leistung der Kaiser im Donauraum, floß zusammen mit der vielfältigen Arbeit deutscher Kulturbringer.

Kein einziges der großen europäischen Völker entsandte seine Menschen in den Osten als Siedler, Handwerker, Lehrer, Soldaten, Staatsmänner, ja als Schöpfer ganzer deutscher Provinzen und Enklaven und Mitführer mancher Staaten. Nur die Deutschen taten dies. Wenn aber von den Völkern des Westens gelegentlich ein bedeutender Mann wie der Prinz Eugen zu dieser wahrhaft europäischen Front stieß, bestieg er das kaiserliche Roß. Hier im Osten, an den gefährdeten Strichen Europas, sind Engländer und Franzosen so nebensächlich, wie sie sonst wichtig sein mögen für den, Welthandel oder als Störenfriede unserer Geschicke.


Grimm, Volk ohne Raum (1926), S. 1073


Darum war es neben allem Widersinn, den uns die Friedensverträge nach dem ersten Weltkrieg auferlegten, am unheilvollsten, daß in dem System der damals ausgeklügelten Zerspaltung des Erdteils das deutsche Volk entwaffnet wurde, desen Teilnahme bei der Abwehr eines gefährlichen, östlichen Angriffs für alle Zeiten unentbehrlich ist. Allein, diese in so vieler Hinsicht dummen und schamlosen Verträge hatte nur die Angst Frankreichs geschaffen, das sehr wohl wußte, daß es den Sieg einer einmaligen ungeheuren Koalition verdankte und nicht seiner Kraft. Angst ist kein guter Koch. Gegen die wahren Kräfte kann ein Frieden nicht Dauer


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haben; gegen seine Sendung kann ein Volk nicht gefesselt bleiben. Darum wollen wir die Verträge heute nicht mehr schelten. Sie nützten letztlich doch dem europäischen Gedanken, indem sie dessen Vertreter zum Widerstand zwangen, die unvernünftigen Weststaaten in ihrer absterbenden Geisteswelt erstarren ließen und die Entwicklung stürmisch weitertrieben zu den neuen Ideen der Zukunft.

Das Neue konnte aus Frankreich nicht kommen, auch aus England nicht, das sich Europa immer mehr entwunden hat. Wir waren ihm stets dann am liebsten, wenn wir seiner Politik nachgaben und uns in Binnenkämpfen entmachteten, denn von unserer Einheit fürchtete es für den Bestand seines Weltreichs, dessen wertvollste Kräfte dennoch europäisch waren. Europa entfremdet und damit schöpferisch langsam versiegend, lebt es nicht mehr aus unserer Welt.

Wie aber hätte uns gar Amerika begreifen sollen? Dort ist wie in Rußland unser Äußerliches zum Inhalt geworden, freilich nicht in barbarisch-östlichen Formen, sondern gleichsam in letzter Entgöttlichung, bei der die Dämonen zwar nicht starben, denn sie sind langlebiger als die Götter, aber sie verkündeten den Tanz ums goldene Kalb als den Sinn des Lebens, verkünden ihn bis heute mit der Bekehrungsleidenschaft der Heilsarmee, überzeugt die beste aller Welten zu vertreten und jedermann dafür gewinnen zu müssen, nötigenfalls mit Geld und Krieg. In Amerika vollzieht sich die Tragik des weißen Mannes, der keine geistigen Spannungen hat. Er wird albern und oberflächlich. Von den ungelösten sozialen und wirtschaftlichen Fragen seines Raums, insgeheim von Juden gesteuert, flüchtet er in weltpolitische Händel. Aus Mangel an natürlichen Feinden, macht er sich Feinde. Solche Wege haben niemals glücklich geendet.



Die neuen Ideen konnten nur in Europa wachsen, von der Kurzsichtigkeit und Selbstüberschätzung der alten Welten mithervorgerufen und befehdet. Der Bolschewismus im Bunde der Gestrigen liefert dazu das satanische Satyrspiel, das den europäischen Staaten, die bisher blind waren, die Entscheidung erleichtert. Denn wie immer in der Geschichte tritt dem tödlichen Stoß auf alles Europäische, der diesmal vielleicht gefährlicher ist als die früheren, wieder das Reich, nun freilich nach hinreißendem Aufstieg gewaltiger als je, als entscheidende Macht entgegen. Ihr allein verdanken die kleinen Völker, die der Bolschewismus schon an sich gerissen hatte, die Rettung.


Der Gegenangriff in den Osten hinaus ist ebenfalls stärker als alle früheren, weil er unter der Fahne einer allgemeinen europäischen Neuordnung erfolgt, deren Idee,verkörpert in zwei genialen Männern, der Mitte des Erdteils entstiegen ist, und dem lebensfeindlichen Prinzip revolutionär entgegentritt. Dies Neue in Einzelheiten zu schildern, erübrigt sich. Wer die Zukunft ersehnt, spürt es in sich selbst. Wer es nicht spürt, wird seine Macht zu spüren bekommen. Diese Belehrung haben einige Völker und Länder erfahren, nicht zuletzt jene europäischen Kleinstaaten, die sich als Nachläufer Frankreichs und Englands, von beiden verraten, Europa in den Weg stellten.
So vollzieht sich heute mit der Gewalt einer weltgeschichtlichen Wende, also in Blut und Opfer, auf den Schlachtfeldern, was vor achtzig 

„Ein echter Kultur- und Lebenstyp wird auch in Amerika nur dann einmal entstehen, wenn die Jagd nach dem Dollar mildere Formen angenommen hat und wenn der heute nur technische Mann über Wesen und Ziel des Daseins nachzudenken beginnen wird.”
S. 402

[...] „»Was dem Weißen recht ist, ist dem Schwarzen billig: nämlich Freiheit und Demokratie. Wenn die Engländer England haben, die Franzosen Frankreich, die Italiener Italien, worauf sie ja ein Anrecht besitzen, dann verlangen die Neger Afrika — und sie werden auch Blut um dieser Forderung willen zu vergießen bereit sein. Wir wollen Gesetze für alle Negerrassen aufstellen und eine Verfassung, die es jedem möglich macht, als freier Mann sein eigenes Schicksal zu gestalten ... Der blutigste aller Kriege wird kommen in dem Moment, wo Europa seine Stärke gegen Asien wenden wird; dann ist für die schwarze Welt der Augenblick da, für die endgültige Befreiung und Wiedergewinnung Afrikas das Schwert zu ergreifen.« Mag das Niggertmn auch heute noch keine starke Macht darstellen: der Blutmythus ist auch hier erwacht, seine Kraft wird nach 50 Jahren ungeheuer angeschwollen sein. Bis dahin hat der nordische Mensch Vorsorge zu treffen, daß es in seinen Staaten keine Neger mehr gibt, keine Gelben, keine Mulatten und keine Juden. Diese Erkenntnis wirft das Problem Amerikas auf.
Auch in den Vereinigten Staaten muß und wird sich die rassische Politik weltpolitisch auswirken, gleich wie einst der Gedanke der Demokratie das Leben fast aller Staaten bestimmte. Nordamerika ist der Staat, in dem die freimaurerischen "Menschenrechte" zuerst verwirklicht wurden. Bruder Washington wurde der Typus dieses Sterbens und die amerikanische Freiheitserklärung das Vorbild für die Droits de l’homme der Pariser Erhebung. Zwar um Geschäfte zu machen, jedoch unter dem Schlachtgeschrei der "Menschenrechte" wurde die Niggerbefreiung in den Südstaaten durchgesetzt; heute verflucht jeder einzelne Amerikaner diese Niggerfrage. Jeder  e i n z e l n e,  denn als Staat pocht der veraltete Liberalismus noch immer auf die "Freiheit", auch wenn sie mit dem Gummiknüppel eingebläut werden muß.”
S. 668

Alfred Rosenberg, Der Mythus des 20. Jahrhunderts. Eine Wertung der seelisch-geistigen Gestaltenkämpfe unserer Zeit, Hoheneichen Verlag, München 114 1937, S. 402 und S. 668.






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Jahren der Franzose Viktor Hugo mit folgenden Worten voraussagt: "Man muß ein neues Europa auf der Grundlage neuer Ideen errichten. Napoleon war gescheitert, weil seine Politik eine allzu persönliche war. Aber ein anderer wird kommen und der wird Erfolg haben. Das neue Europa wird geschaffen werden. Aus diesem neuen Europa werden England und Rußland ausgeschlossen sein. Man wird England in die Ozeane und das tatarische Rußland in die Steppen jagen."

Der Völkerführer, den Viktor Hugo kommen fühlte, ist da. Europa entsteht.
Es wäre lächerlich, wollten wir dessen Gestalt jetzt schon umreißen, doch wir wissen, es wird nach der Rangordnung der Werte gebaut, die den Völkern von der Vorsehung zugeteilt worden sind. Das Schlagwort von der Gleichheit der Menschen und Völker, derzuliebe so oft das Höherwertige zugunsten des Minderen getreten wurde, wird uns nie mehr verführen. Die natürliche Ordnung bildete sich nach der echten Kraft der Völker, nach deren Sendungs- und Leistungsfülle, nach deren Verdienst, um die Schaffung der Zukunft. Sie wird den eroberten Osten dem europäischen Geist unterstellen und auch innerhalb Europas beseitigen, was seinem Gedeihen hinderlich ist.

Was gab es doch unter uns selbst in den letzten zwei Jahrzehnten für soziales Elend, Ungeist, Verfolgung und mancherlei staatliche Verkommenheit.

In uns selbst, in allen Ländern und gar erst in den neuen Gebieten des Ostens werden Aufgaben überreich zur Arbeit rufen. Aber das ist ja der Sinn der neuen Ordnung, daß sie nicht nur den Todfeind beseitige und die ungestalten Gebiete des Ostens befriede und nützlich mache, damit sich Europa der Welt gegenüber in seiner vollen Kraft erhebe, sondern daß sie auch uns selbst läutere, jedem Volk seinen gebührenden Platz und seine Arbeit gewähre, keines aber einer Unfreiheit aussetze, die es nicht verdient.

Dieser Zukunft entgegen führt uns der Kampf gegen Rußland und die alte Welt. Wenn er beendet ist, belohnt er uns wohl wie einst nach der Türkenzeit, als weite Strecken in die europäische Gemeinschaft einkehrten, mit einer reichen geistigen und künstlerischen Entfaltung unseres Wesens.

Ihr würde sich auch belohnen, wofür heute das Blut der kämpfenden europäischen Völker fließt. Seit fast dreißig Jahren kam unser Erdteil nicht·zur Ruhe, Dunkles und Unheimliches spülte seine Krise empor, Schwaches und Verrufenes siegte über das Bessere, um dann doch endgültig gestürzt zu werden. Es wird noch viel Blut fließen, ehe die Saat vollendet ist, aber das Entscheidende ist wohl schon getan, in einer Richtung marschieren die kampferprobten Männer unseres Erdteils, wie seit langen Zeiten nicht mehr. Wenn ihr Sieg sich erfüllt, wird sich das Abgefallene einfügen.

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Heinrich Zillich, Der Sinn der europäischen Neuordnung, in: Südostdeutsche Rundschau. Zeitschrift der Deutschen Volksgruppe in Ungarn, 2. Jg., April 1942, S. 174-180. 



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[3. Juni 1943. Heinrich Zillich beteiligt sich an der nazistischen Kriegshetze mit einem literarisch verbrämten Propagandatext. Eingekleidet in eine pathetische Phraseologie und umrahmt von den Erlebnissen aus dem 1. Welkrieg schreibt Zillich als „Sendbote” der „neuen Zeit” an und für „die Kameraden des Kriegs”: „Wißt ihr noch, Kameraden, wie Erde aussieht? Kameraden des Kriegs? Nichts lernten wir besser kennen, in der Farbe, in der Körnung, im Gemisch mit Wasser und Stein, als Erde — die Erde. [...] Im schweigenden Dröhnen ruft dich der  Appell der Erinnerung. Wer ihn nicht hört,  den lautlosen Trompetenklang der Vergangenheit, nicht sieht die Größe seiner eigenen Tat, den verwarf das Schicksal zu den Sendungslosen, zum Eintagskehricht. Hier  scheiden sich die Vergeßlichen von den Sinnhaften. Hier, wen das Schicksal wandelte,  von dem, den es ausspie. Und erkenne: Es trägt die ewige Kompanie die Gewichte der neuen Zeit auf den grauen Mänteln in  schweren Tornistern, die Lichter der Zukunft in gehämmerten Herzen, die Herrschaft des Morgen im Funkeln der Waffen, den Sinn für die Söhne im zeitlosen Blick. Wer sie nicht sieht, hat die Zukunft verloren. Wer sie vergaß, den hat der Tod schon verschluckt.”]

[3 iunie 1943. Heinrich Zillich participă cu un text propagandistic, cu tentă literară, la incitarea la război] 

Heinrich Zillich, „Die ewige Kompanie”, in: Südostdeutsche Tageszeitung, 3. Juni 1943, S. 6-7






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[1944. Heinrich Zillich pe lista cărţilor recomandate de către autorităţile naziste care trebuie să se afle în bibliotecile publice] 


Siebenhundert Bücher für nationalsozialistische Büchereien. Zusammengestellt vom Hauptamt Schrifttum des Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSADAP, Zentralverlag der NSDAP, Franz Eher Nachf., München 1944. 


Die Broschüre enthält verbindliche Anweisungen bezüglich der Bücher, die in Bibliotheken vorhanden sein müssen und umfasst mehrere Kapitel: „Der Krieg 1939-1942“ (S. 3), „Aus der Bewegung“ (S.5), „Vor- und Frühgeschichte. Geschichte, Lebensbeschreibungen“ (S. 12), „Weltkrieg. Nachkriegszeit“ (S. 19), „Wehrkunde. Kriegsgeschichte“ (S. 24), „Politik“ (S. 27), „Wirtschaft“ (S. 29), „Bauerntum und Ernährung“ (S. 30), „Grenz- und Auslandsdeutschtum“ (S. 30), „Kolonien“ (S. 32), „Volkskunde. Heimatkunde“(S. 33), „Rassenkunde und Bevölkerungspolitik“ (S. 35), „Judenfrage und Bolschewismus“ (S. 39), „Deutsche Arbeit. Arbeitsdienst“ (S. 41), „Dichtung und Schrifttumsgeschichte“ (S. 44), „Schriftenreihe der NSDAP“ (S. 52). 



Auf der Liste der empfohlenen Bücher stehn auch Heinrich Zillich (Der Weizenstrauß, 1938; Zwischen Grenzen und Zeiten, 1937), Adolf Meschendörfer (Der Büffelbrunnen, 1935) Karl von Möller (Die Werschetzer Tat, 1936), Erwin Wittstock (diese gehörten bereits nach der Bücherverbrennung zum offiziellen Literaturkanon des 3. Reiches), Erwin Neustädter. 




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[1950-er Jahre]
[Anii 1950]

                                                                                                                                                                    Foto: ACNSAS


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[2004]

Johann Böhm, „Portretul lui Heinrich Zillich”, în: Revista 22, 18. 8. 2004. Textul lui Johann Böhm, apărut în traducere, a fost uşor scurtat. Din cauza aceasta lipseşte şi motto-ul: 

„Führer-ul nu cunoaşte decît luptă, trudă şi grijă. Noi vrem să-i luăm din povară partea, pe care i-o putem lua” /Der Führer kennt nur Kampf, Arbeit und Sorge. Wir wollen ihm den Teil abnehmen, den wir ihm abnehmen können.
- Heinrich Zillich

Aici textul integral, tradus în limba română de regretata Marieta Ujică: „Tobele noi să se pună în mişcare“. Portret Heinrich Zillich (1898 - 1988). 



[23. Dezember 2016. Vorsichtiger Rehabilitierungsversuch des völkischen Autors Heinrich Zillich in einem mehrteiligen ADZ (KR)-Artikel]

[23 decembrie 2016. Încercare de reabilitare a scriitorului nazist, Heinrich Zillich, într-un serial din ADZ (KR)]

„Seine Werke sind sowohl vom literarischen, als auch vom dokumentarischen Wert her sehr bedeutend. Die Darstellung des siebenbürgischen Lebens, ja mehr als das, der siebenbürgischen Seele, die Zillich in seinem gesamten Werk verfolgt, lassen uns heute den komplexen Mikrokosmos Siebenbürgen aus der Sicht eines Siebenbürgers betrachten.“ -

Dr. Gabriela Adam: Das „Füreinander“ und „Gegeneinander“ in Heinrich Zillichs Roman „Zwischen Grenzen und Zeiten“ (I), in: ADZ, 23.12. 2016




[31. Dezember 2016. Vorsichtiger Rehabilitierungsversuch des völkischen Schriftstellers Heinrich Zillich in einem mehrteiligen ADZ (KR)-Artikel]

[31 decembrie 2016. Încercare de reabilitare a scriitorului nazist, Heinrich Zillich, într-un serial din ADZ (KR)]

Ich finde Bergels Vergleich von Zillichs Werk mit der Ilias, die das untergegangene Troja wieder lebendig werden lässt, einleuchtend. Gleiches hat Zillich mit seinen Erzählungen, Novellen, Gedichten, Romanen und theoretischen Schriften in diesem südöstlichen Teil Europas auch erreicht:
Seit eh und jeh liegt hier einer der stärksten Antriebe des künstlerischen Schrifttums vor – in unserem Zusammenhang verwirklicht von einigen Schriftstellern, die uns damit jene „Ilias“ in die Hand gaben, mit deren Hilfe das untergegangene südostdeutsche Troja dermaleinst wird wiederentdeckt werden kann. (Bergel, Hans: Nachwort zu Wälder und Laternenschein.  a.a.O., S. 376)

Gabriela Adam: Das „Füreinander“ und „Gegeneinander“ in Heinrich Zillichs Roman „Zwischen Grenzen und Zeiten“ (II), ADZ, 31.12. 2016







Bibliografie



  • Dossier Heinrich Zillich (1898-1988), in: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik (online), 1999
[Teil I]
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[Teil II]
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Actualizat - aktualisiert, 20.1.2017, 00:00 h